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Geschichte

Die Entwicklung des Hilfswerks Niederösterreich

 

Das Hilfswerk NÖ wurde im Februar 1978 als privater Verein zur Förderung der Nachbarschaftshilfe gegründet. Heute, fast 40 Jahre später, zählt das Hilfswerk NÖ 3.600 MitarbeiterInnen, über 25.000 Kunden pro Monat und Standorte in allen Teilen Niederösterreichs.

"Geboren" wurde das Hilfswerk NÖ im Jahre 1978, auf Initiative des langjährigen Hilfswerk-Geschäftsführers Erich Fidesser. Der damalige junge Landtagsabgeordnete Erich Fidesser erhielt durch die Aktion "Älter werden - jung bleiben" den Auftrag, sich Gedanken zu machen, wie die Problematik der Hilfe und Pflege für ältere Menschen bewältigt werden sollte. Fidesser hat sich bei der Vorbereitung der Einführung dieser Dienste sehr viel in Deutschland, Holland und der Schweiz angeschaut, in Österreich in Wien und Vorarlberg. Aus diesen Recherchen fasste Fidesser folgende Grundsätze zusammen, die bei der Umsetzung der mobilen sozialen und sozialmedizinischen Dienste Voraussetzung sein sollten:

  • Integration der Dienste (alles aus einer Hand)- Zusammenarbeit von Fachkräften, Nachbarschaftshelfern und Familie
  • freie Wahl mit vielfältigem Angebot
  • dezentrale Organisation (selbstständige Angebote an der Basis)
  • Kostenbeitrag der Betreuten

Fidesser definierte Nachbarschaftshilfe als jahrhundertealte gegenseitige Hilfe von Mensch zu Mensch, die entweder informell aus innerer Einstellung dem Nächsten gegenüber geleistet wird, oder auch in vielfältiger Form von privaten Trägern organisiert werden kann - als Gemeinschaft von Menschen, die gerne zusammenarbeiten, um wichtige, notwendige Dienste für andere Menschen zu leisten.

Ein steiniger Weg...

Über ein Jahr wurde darüber zwischen den Landtagsfraktionen diskutiert. Als Kooperationspartner im "bürgerlichen Bereich" wurde die Österreichische Frauenbewegung ins Auge gefasst, die unter der Führung von Frau NR a.D. Lola Solar über den Österreichischen Wohlfahrtsdienst verschiedene Aktivitäten im Sozialbereich aufgebaut hatte - z.B. Urlaub für ältere Menschen oder Kinderhorte in einzelnen Gemeinden. Fidesser hatte sich schon 1976 bemüht, den Österreichischen Wohlfahrtsdienst für seine Ideen zu gewinnen. Zwei Vorstandsmitglieder des ÖWFD waren von dieser Idee begeistert: der leider schon verstorbene Eugen Kiefer aus Baden und Frau STR Deiser aus Korneuburg. Leider blieben sie anfangs in der Minderheit. Durch den Einsatz des damaligen Landesfinanzreferenten und geschäftsführenden Landesparteiobmannes Siegfried Ludwig, der von 1978 bis 1995 Präsident des Hilfswerks NÖ war, wurde die Umwandlung des parteinahen ÖWFD zum überparteilichen und überkonfessionellen Hilfswerk NÖ beschlossen.

Bei der Budgetklausur 1978 bezweifelte der Großteil der anwesenden Landtagsabgeordneten, ob es dem neuen Hilfswerk gelingen könnte, sich landesweit zu organisieren. Wäre damals nicht der damalige Badener Bürgermeister, LAbg. Prof. Viktor Wallner gewesen, wäre es sicher nicht zur Gründung des Hilfswerkes und zur Einführung der mobilen Gesundheits- und Sozialdienste über private gemeinnützige Trägerorganisationen gekommen. Prof. Wallners Wort galt: "In Baden gründen wird das Hilfswerk, und mit STR Kiefer werden wir die Dienste unter Mitwirkung vieler engagierter ehrenamtlicher Mitarbeiter und Nachbarschaftshelfer, und nicht über Gemeindebedienstete durchführen." Die Diskussion wurde zurückgestellt. Ludwig entschied, das Hilfswerk wird gegründet. 

Am 9. Februar 1978 wurde in Mödling die erste Generalversammlung abgehalten. Zum Vorsitzenden wurde der damalige Obmann des NÖ Seniorenbundes, NR Leisser aus Waidhofen/Thaya gewählt. LAbg. Fidesser wurde geschäftsführender Vorsitzender und DSA Emmerich Lang zum Geschäftsführer bestellt.

Den Kinderschuhen entwachsen...

Nach anfänglicher Skepsis konnte sich die Idee einer privaten, gemeinnützigen Wohlfahrtsorganisation zur Unterstützung von Familien also erfolgreich durchsetzen - und seither wird die "Hilfswerk-Familie" Jahr für Jahr größer.

Heute ist das Hilfswerk NÖ die größte soziale Non Profit-Organisation Niederösterreichs, mit 3.600 Mitarbeiter/innen, 25.000 Kund/innen monatlich und einer ungleich vielfältigen Angebotspalette an sozialen Dienstleistungen.




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