Brigitte Weinlich, Pflegeassistentin bei Hilfe und Pflege daheim Zistersdorf, erzählt von ihrem Weihnachtswunder: Als sie und ihr Team nämlich geholfen hatten, jemandem ein Zuhause zu schenken.
Manchmal kann sich das Team, in dem man arbeiten darf, wie Zuhause anfühlen. Weil man dort Menschen mit Herz findet, die mit einem durch dick und dünn gehen. Und manchmal schafft man im Team sogar ein kleines Wunder.
Ich arbeite nun schon einige Jahre beim Hilfswerk, und weiß sehr wohl, was wir alle gemeinsam jedes Jahr, jeden Tag und jede Stunde leisten. Umso schöner war jener Tag kurz vor Weihnachten:
Manfred E. pflegte jahrelang seine Frau, siedelte nach ihrem Tod nach Gaiselberg, in ein kleines gemietetes Haus. Er wollte neu durchstarten, doch daraus wurde leider nichts. Manfred E. erkrankte nun selber schwer, ein Bein musste amputiert werden. Seitdem wird er von uns betreut – die letzten Monate nur mehr 1x die Woche. Sein einziger Sozialkontakt, sein einziger Lichtblick in einer langen Reihe von Tiefschlägen. Im September 2025 die nächste Hiobsbotschaft: der Hausbesitzer meldete Eigenbedarf am Häuschen an und Manfred musste bis Dezember ausziehen.
Manfred E. war fassungs– und hoffnungslos. Das war der Moment, wo ich mich mehr als sonst zu engagieren begann. Gemeinsam suchten und fanden wir eine Wohnung in Hohenau, eine Sozialarbeiterin wurde kontaktiert, Manfred E. Mut zu gesprochen. Zuversichtlich begann er, wieder zu planen und zu organisieren. Auch seine Übersiedlung. Schaffte es, einen Teil seiner Einrichtung mit einem Nachbarn in die neue Wohnung zu bringen. Jedoch sagte dieser plötzlich ab und weigerte sich, die letzten verbliebenen Möbel zu übersiedeln.
Am 17. Dezember kam ich nach meiner Kur wieder zu Manfred – und fand ihn in einem wirklich trostlosen Zustand. Das Haus halbleer, unbeheizt, so kalt wie außen (4°), im letzten Winkel des Hauses im Bett. Zurückgezogen, am Aufgeben. Sein letztes bisschen Hoffnung war verblasst.
„So nicht!“ war mein einziger Gedanke. Kurzerhand schaltete ich das Hilfswerk ein: es war keine Frage mehr, ob jemand helfen musste, sondern nur mehr wie und wann. Pflegemanager Lukas Stetter und Julia Rathammer waren sofort von meiner Idee begeistert, und so wendete ich mich an meine Kolleginnen und Kollegen mit der Bitte um Hilfe. 4 Tage vor Weihnachten! Innerhalb weniger Stunden fanden sich Mitarbeiter*innen, deren Ehemänner usw., die Standortleitung selbst, mit Autos und Anhängern, Werkzeug und allem was für eine Übersiedlung nötig ist. Private Termine wurden extra verschoben, Kolleginnen, die im Dienst waren, schickten ihre Männer. Übersiedlungstermin am Samstag 20.12. um 10 Uhr. 18 Personen rückten lachend und freudig an, um Manfred E. warme Weihnachten in seiner neuen Wohnung zu ermöglichen. Es war unglaublich, großartig und einfach nur schön!
Schließlich sah es wohl wie ein Ameisenhaufen aus, um 15.30 Uhr verabschiedete sich die letzte helfende Hand, nachdem alle Möbel zusammengebaut, aufgehängt und eingeräumt, Lampen aufgehängt, Vorhänge montiert und das Bett überzogen war.
Manfred war so glücklich, er konnte nicht glauben, dass so viele Freiwillige ihn, ohne ihn zu kennen, unterstützten und bedankte sich bei jedem mit den Worten: „Ich kann es kaum glauben, aber es gibt Weihnachten doch!!“
Ich kämpfte noch tagelang mit einem Kieferkrampf – denn mein Lächeln wollte einfach nicht verschwinden. Ich habe die besten Kolleginnen und Kollegen, die man sich nur wünschen kann – Menschen mit Herz!
Ihr Browser oder dessen Version ist veraltet und diese Seite damit nicht darstellbar. Bitte besuchen Sie unsere Seite mit einem aktuellerem Web-Browser. Auf der Webseite browsehappy.com finden Sie eine Auswahl an aktuellen Web-Browsern und jeweils einen Link zu der Herstellerseite.