Überall, wo Menschen miteinander zu tun haben, gibt es verschiedene Meinungen und Interessen. Konflikte gehören also zum Leben dazu. Das Entscheidende ist, wie man mit ihnen umgeht – nach dem Motto „Aug um Aug“ oder konstruktiv? Den Grundstein dafür kann – und sollte – man bereits in der Kindheit legen.
Ein bisschen zur Theorie: Dem sogenannten Eisbergmodell zufolge wissen wir, dass sich die Kommunikation bei Konflikten immer auf zwei Ebenen abspielt: Auf der sachlichen Ebene, also der sichtbaren. Die macht allerdings nur etwa 20-30 % aus. Viel mehr spielt sich auf der unbewussten Ebene ab – quasi wie bei einem Eisberg, der unsichtbare Anteil unter der Wasseroberfläche. Und diese emotionale Ebene gilt es zu beachten, denn sie beeinflusst ganz stark, wie wir mit dem Konflikt umgehen.
Umgehen müssen wir auf jeden Fall mit ihm. Denn ungelöste Konflikte kehren immer wieder und können zu ernsten Störungen werden. „Was wir nicht lösen, wird immer größer und belastender“, betont Pädagogin Maria Schuckert, regionale Leitung für Kinderbetreuungseinrichtungen im Hilfswerk NÖ.
Was sollte man erlernen, um Konflikte konstruktiv zu lösen?
Also so, dass beide Seiten mit der Lösung zufrieden sind, auch wenn sie anders als die Wunschlösung aussieht?
Dazu gehören:
Ein konstruktiver Umgang mit Konflikten kann schon im Kindesalter erlernt werden. Wie bei so ziemlich allen Themen in der Erziehung sind wir als Eltern auch hier die großen Vorbilder. Schuckert betont: „Wir können den Kindern eine gewisse Konfliktkultur vorleben, geleitet von Respekt und Wertschätzung. Eltern dürfen sich durchaus auch vor den Kindern streiten, denn daraus lernt das Kind. Wichtig ist, dass die Diskussion respektvoll verläuft, man sich auch beim anderen entschuldigen kann und der Konflikt tatsächlich abgeschlossen wird. Das Kind sollte erleben dürfen: Auch wenn wir uns streiten haben wir uns trotzdem lieb.“ Dass Gewalt – ob körperlich oder verbal – tabu ist, sollte selbstverständlich sein.
Eine Frage, die sich Eltern immer wieder stellt: Soll ich einschreiten, wenn mein Kind sich mit jemand anderem streitet? Die Antwort lautet: Nicht unbedingt. Kinder streiten oft emotional, heftig, laut, tränenreich und impulsiv. Das muss man bis zu einem gewissen Grad auch aushalten können und den Kindern zutrauen, das selbst zu schaffen. „Es ist wichtig, dass sie ihre eigenen Erfahrungen machen“, so Maria Schuckert. „Sie lernen daraus und sind stolz auf sich, wenn sie etwas eigenständig gelöst haben.“
Die Devise lautet: Aktive Zurückhaltung. Dabei sein, die Situation wahrnehmen, sich zurückhalten, den Kindern vermitteln „Ihr schafft das gemeinsam“. Und erst dann eingreifen, wenn es notwendig ist. Das ist es auf jeden Fall dann, wenn es handgreiflich wird oder jemand klar unterlegen ist.
Maria Schuckert hat Tipps, wie man dann vorgeht: „Alle Kinder anhören, nicht nur die durchsetzungsstärksten. Offene Fragen stellen, wie zum Beispiel ,Was können wir jetzt machen?‘, und den Kindern ihre Gefühle übersetzen, vor allem wenn sie in jüngeren Jahren noch nicht so viele Wörter zur Verfügung haben, und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen.“
Auf keinen Fall solle man ein Kind bloßstellen oder es ungerechtfertigt zu einer Entschuldigung zwingen. „Zum Glück haben wir heutzutage einen pädagogischen Ansatz, wo Konflikte und starke Gefühle erlaubt sind. Das war zu Zeiten des autoritären Erziehungsstils nicht immer so, ist aber ungeheuer wichtig für die Entwicklung des Kindes.“
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