„Ihr Konto wurde gesperrt.“ „Ihr Paket konnte nicht zugestellt werden.“ „Bitte aktualisieren Sie Ihre Daten.“ „Hallo Mama, ich habe eine neue Nummer.“
Betrügerische Nachrichten können heute ausgesprochen glaubwürdig wirken. Sie verwenden bekannte Logos, vertraute Firmennamen und professionell gestaltete Websites. Deshalb reicht die Frage „Sieht das echt aus?“ oft nicht mehr aus. Viel wichtiger ist: Habe ich diese Nachricht erwartet – und warum soll ich jetzt sofort handeln?
Was ist Phishing?
Beim Phishing versuchen Kriminelle, an persönliche oder sensible Daten zu gelangen.
Dazu gehören etwa:
- Passwörter
- Zugangsdaten
- Bankdaten
- Freigabecodes
- Kreditkartendaten
Häufig führt ein Link in einer Nachricht auf eine gefälschte Website. Diese kann der echten Website einer Bank, Behörde oder eines Unternehmens sehr ähnlich sehen. Dort sollen die Betroffenen ihre Daten eingeben.
Typische Warnsignale
Werden Sie besonders vorsichtig, wenn:
- eine Nachricht unerwartet kommt,
- starker Zeitdruck aufgebaut wird,
- Konsequenzen angedroht werden,
- Sie einen Link öffnen sollen,
- persönliche Daten verlangt werden,
- ein Passwort oder Freigabecode abgefragt wird,
- Sie eine ungewöhnliche Zahlung durchführen sollen.
Wichtig:Fehlerfreie Sprache ist kein Beweis dafür, dass eine Nachricht echt ist.
Nicht über den zugesandten Link handeln
Eine der einfachsten Schutzmaßnahmen lautet: Öffnen Sie die betreffende App oder Website selbst. Wenn Ihnen Ihre Bank schreibt, öffnen Sie Ihre Banking-App selbst. Wenn angeblich ein Paketdienst Kontakt aufnimmt, rufen Sie die offizielle Website selbst auf. Wenn eine Behörde angeblich Informationen benötigt, suchen Sie den offiziellen Kontakt unabhängig von der Nachricht. Klicken Sie NICHT einfach auf den Link in der Nachricht!
„Hallo Mama, neue Nummer“
Eine weitere bekannte Betrugsform läuft über Messenger-Dienste. Eine Nachricht beginnt beispielsweise: „Hallo Mama, mein Handy ist kaputt. Das ist meine neue Nummer.“ Nach kurzer Zeit folgt häufig die Bitte, dringend eine Rechnung oder Überweisung zu übernehmen. Kontaktieren Sie die betreffende Person über die Ihnen bekannte alte Nummer oder über einen anderen bekannten Kanal.
Wie schütze ich meine Accounts zusätzlich?
Phishing-Prävention und Account-Sicherheit gehören zusammen.
Besonders wichtig sind:
- Unterschiedliche Passwörter: Verwenden Sie nicht dasselbe Passwort für mehrere Dienste.
- Zwei-Faktor-Authentifizierung: Aktivieren Sie, wo verfügbar, eine zusätzliche Bestätigung beim Login.
- Passwort-Manager: Ein Passwort-Manager kann unterschiedliche starke Passwörter verwalten.
- Passkeys: Wo verfügbar, können auch Passkeys eine sichere Alternative zur klassischen Passwort-Anmeldung sein.
Was tun, wenn ich bereits Daten eingegeben habe?
Handeln Sie möglichst rasch. Ändern Sie betroffene Passwörter. Wenn dasselbe Passwort auch für andere Accounts verwendet wurde, ändern Sie es dort ebenfalls. Kontaktieren Sie den Anbieter des betroffenen Accounts. Wenn Bankdaten betroffen sind, informieren Sie Ihre Bank. Sichern Sie Nachrichten und Screenshots. Bei einem finanziellen Schaden können Sie Anzeige bei der Polizei erstatten.