Wie und wo verbringen wir den Familienurlaub? Ist die Betreuung der Kinder in allen Ferienwochen gesichert? Welche Vorbereitungen müssen für das neue Schuljahr getroffen werden? „Die Vorfreude auf die Sommermonate wird bei Eltern und Erziehenden oft begleitet von Sorgen um die Betreuung, finanzielle Einschränkungen oder auch Unsicherheiten vor dem neuen Schuljahr, etwa wenn eine Nachprüfung oder ein Schulwechsel bevorsteht“, weiß Isabella Ecker, Fachbereichsleitung Kinder, Jugend und Familie beim Hilfswerk Österreich.
„…und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen.“
Jede Familie kennt das: Alle Ferienwochen sind bestens organisiert – doch dann kommt etwas Unvorhergesehenes dazwischen: Die Großeltern, die für die Betreuung eingeplant waren, fallen kurzfristig aus, ein wichtiger beruflicher Termin verschiebt sich. Wer kümmert sich nun um das Kind?
„Viele Gemeinden bieten im Rahmen ihrer Ferienprogramme Aktivitäten wie Workshops oder kleine Ausflüge, vielleicht findet sich hier eine kurzfristige Lösung. Einige soziale Organisationen, darunter auch das Hilfswerk in Oberösterreich und Kärnten, haben flexible Sommerkinderbetreuungen, die auch tageweise und ohne Voranmeldung genutzt werden können“, rät Ecker.
Ebenso wichtig sei ein Plan B, den man sich bereits im Vorfeld zurechtlegt: „Klären Sie mit Freunden und Nachbarn, ob diese kurzfristig für eine stundenweise Betreuung einspringen könnten. Auch mit dem Arbeitgeber lassen sich oft Lösungen finden – vom Homeoffice bis zum Mitbringen des Kindes.“ Bestehen hier Absprachen, verlieren spontane Änderungen ihren Schrecken.
Nicht jeder Sommer bringt eine große Urlaubsreise, etwa weil das Budget knapp ist, Kosten steigen oder andere Gründe dagegensprechen. „Sprechen Sie ehrlich mit Ihren Kindern darüber, wenn eine Reise kleiner oder auch ganz ausfallen muss, und überlegen Sie gemeinsam, was der Sommer zu Hause bereithalten kann. Versuchen Sie dabei die Interessen und Bedürfnisse aller Familienmitglieder zu berücksichtigen und eine gute Mischung zu finden“, empfiehlt Ecker.
Ein Picknick im Park, Experimente in und mit der Natur, ein selbst gebautes Floß, ein Waldspaziergang, gemeinsame Badeausflüge, eine Nacht im Zelt oder sogar unter freiem Himmel – ein entdeckungs- und erlebnisreicher Sommer lässt sich auch wunderbar zu Hause verbringen. Unser Tipp: Ein gemeinsam erstellter, persönlicher Ferienpass mit Ideen, kleinen Projekten und Ausflügen steigert die Vorfreude und gibt einen besseren Überblick über die Ferienwochen.
Die erste Ferienhälfte gehört der Erholung – auch wenn das Zeugnis durchwachsen war. „Für die geistige und körperliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sind Pausen unverzichtbar. Wie ein Muskel muss sich auch das Gehirn nach intensiver Anstrengung entspannen“, erläutert Sigrid Eggarter, stellvertretende Projektleiterin der Lernbegleitung im Hilfswerk Oberösterreich.
Neigen sich die Ferien dem Ende zu, sollte die Rückkehr in den geregelten Alltag gerade bei kleineren Kindern, langsam vorbereitet werden. Dazu gehört es, den Lernstoff in kleinen Portionen, spielerisch und nebenbei, wieder in Erinnerung zu rufen. Sigrid Eggarter: „Setzen Sie auf mehrere kürzere Lerneinheiten mit genügend Pausen. Aktivitäten außerhalb der klassischen Lernzeit heben die Lernfreude der Kinder, Bewegung und Interaktion mit der Natur wirken sich positiv auf die innere Balance aus und unterstützen die Konzentration!“
Bei einem „Nachzipf“ ist die Lage etwas ernster. Jede negative Note hat eine individuelle Vorgeschichte, das Nachholen von Lerninhalten muss unterschiedlich angegangen werden. Wichtig dabei ist, die betroffenen Kinder und Jugendlichen miteinzubeziehen. Intensive Vorbereitung mit Ferienkursen, Sommerschule oder Nachhilfe sollte nach Möglichkeit noch vor dem Start in die Ferien organisiert werden.
„Ein Fünfer im Zeugnis ist kein Drama, machen Sie bitte auch keines daraus! Gerade jetzt benötigen Kinder Unterstützung und Zuneigung, um mit dem Nachprüfungs-Stress besser fertig zu werden!“, betont Isabella Ecker. Ein motivierendes Umfeld trägt dazu bei, Lernen auch in den Ferien positiv zu erleben.
So gelingt der Sommer: Mit Raum für Erholung, Zeit füreinander und einer guten Vorbereitung auf das neue Schuljahr.
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