Digitale Technologien prägen heute viele Lebensbereiche – auch die Pflege. Sie versprechen Unterstützung, mehr Sicherheit und eine Entlastung im Alltag. Gleichzeitig zeigt sich, dass zwischen technischen Lösungen und der tatsächlichen Nutzung im Pflegealltag oft eine Lücke besteht. Besonders deutlich wird dies bei älteren Menschen, die zu Hause gepflegt werden.
Die Digitalisierung bringt viele Vorteile mit sich. Dennoch können nicht alle Menschen gleichermaßen davon profitieren. Gründe dafür sind unter anderem fehlende Erfahrung mit digitalen Geräten, Unsicherheiten im Umgang mit Technik, gesundheitliche Einschränkungen oder eine unzureichende technische Infrastruktur, vor allem im ländlichen Raum. Während digitale Anwendungen für jüngere Generationen selbstverständlich sind, stellen sie für viele ältere Menschen eine Hürde dar. Werden wichtige Informationen oder Dienstleistungen ausschließlich digital angeboten, besteht die Gefahr, dass genau jene Menschen ausgeschlossen werden, die besonders auf Unterstützung angewiesen sind.
Das Angebot an technischen Hilfsmitteln in der Pflege ist vielfältig. Von digitalen Medikamentenspendern über GPS-Tracker für demenziell Erkrankte bis hin zu Smart-Home-Lösungen, die Stürze erkennen oder vitalparameterbasierte Frühwarnsysteme bieten. Elektronische Pflegedokumentation über mobile Endgeräte ermöglicht es den Fachkräften, effizienter zu arbeiten und mehr Zeit für die direkte Pflege zu haben. Digitale Pflegeplanung und mobile Einsatzplanung verbessern Abläufe erheblich. Was im Alltag tatsächlich genutzt wird Trotz dieser Fülle an Möglichkeiten zeigt die tägliche Erfahrung im Hilfswerk, dass in der älteren Bevölkerung nur ein Bruchteil dieser Technologien aktiv genutzt wird. Klassische Hausnotrufsysteme und Blutdruckmessgeräte mit digitaler Anzeige gehören noch zu den verbreitetsten Anwendungen. Neuere Technologien wie Smartphones sind in der älteren Bevölkerungsgruppe (über 70 Jahre) noch wenig verbreitet; stattdessen greifen viele eher auf einfache Mobiltelefone zurück. Videotelefonie zur Arztsprechstunde, Telemonitoring oder digitale Bedarfsbeschaffung – vieles bleibt theoretisch oder wird eher von Angehörigen als von den Betroffenen selbst bedient.
KI-gestützte Systeme können einen Pflegebedarf frühzeitig erkennen, Pflegedokumentationen automatisieren oder personalisierte Interventionsvorschläge liefern. In der praktischen Anwendung bestehen jedoch noch Herausforderungen, etwa in Bezug auf Datenschutz, technische Schnittstellen und Benutzerverständlichkeit. Der Nutzen solcher Systeme hängt wesentlich davon ab, ob sie transparent, sicher und zielgerichtet eingesetzt werden und den Pflegealltag tatsächlich erleichtern.
In einigen Ländern werden bereits robotergestützte Assistenzsysteme eingesetzt. Roboter wie „Pepper“ oder „Paro“ sollen emotionale Nähe bieten, Gespräche simulieren oder einfache Tätigkeiten übernehmen. In Europa ist der Einsatz noch verhalten. Solche Systeme können im Einzelfall entlasten, ersetzen jedoch keine menschliche Pflege. Ihr Einsatz ist dort sinnvoll, wo sie ergänzend unterstützend wirken und die Selbstständigkeit fördern.
Die Digitalisierung in der Pflege ist, bedingt durch Fachkräftemangel und demografischen Wandel, ein wichtiger und notwendiger Bestandteil der zukünftigen Versorgung. Doch sie darf nicht zu Lasten von älteren, oft multimorbiden Menschen gehen, die in der Komplexität technischer Systeme schnell verloren gehen. Digitalisierung muss inkludierend, niedrigschwellig und menschenzentriert gestaltet werden. Es liegt an uns, Prozesse effizienter zu gestalten und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass Qualität in der digitalen Pflege ankommt.
Dies gelingt durch eine Fusion von Menschlichkeit und Technik und zeichnet sich aus durch:
Digitale Lösungen können die Pflege sinnvoll ergänzen. Die Grundlage guter Pflege bleibt jedoch der Mensch.
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