Bei einer schizophrenen Störung geraten gewisse Gehirnfunktionen aus dem Gleichgewicht, das hat zur Folge, dass die „Psyche“ verändert wird. Das Gehirn besitzt eine Art Filterfunktion für die vielen Reize aus der Umwelt. Diese Filterfunktion ist bei der schizophrenen Störung beeinträchtigt. Sie leiden an einer Reizüberflutung. Die Betroffenen reagieren darauf mit einer Abschottung der Außenreize, ähnlich wie beim Schlafen, jedoch kommt es zu einer Art „Wachtraum“: den Halluzinationen. Sie hören z. B. Stimmen, nehmen Gerüche wahr, oder sehen Dinge, die nicht vorhanden sind. Diese Wahrnehmungen sind für Betroffene real.
Die Intelligenz ist bei dieser Erkrankung aber nicht beeinträchtigt, es handelt sich im Gegenteil oft um durchaus intelligente Personen.
Die Krankheit kann sich auf unterschiedliche Weise zeigen. Sehr häufig sind die Krankheitszeichen (Symptome) gar nicht für Andere sichtbar oder spürbar. Die Betroffenen berichten häufig über Angst und einem Gefühl der Überforderung.
Die häufigsten Symptome, die während der Krankheitsphase zusätzlich (Plussymptome/Positivsymptomatik) auftreten sind Halluzinationen, Wahnideen und Denkstörungen.
Die anderen Symptome (Negativsymptomatik) äußern sich durch ein „Minus“ im Vergleich zu gesunden Zeiten wie z.B. Antriebsmangel und Depression. Der/die Betroffene kann sich nicht mehr freuen und nicht mehr wie früher ausdrücken. Zusätzlich kann es zu einem sozialen Rückzug kommen. Der Betroffene zieht sich von seiner Familie und von anderen zurück und hat manchmal sogar Angst vor ihnen.
Halluzinationen können sich unter anderem in Stimmenhören (akustische Halluzinationen), in Gerüche wahrnehmen (Geruchshalluzinationen) oder in Dinge sehen, die nicht vorhanden sind (optische Halluzinationen) äußern.
Bei den Wahnideen ist der Betroffene der Überzeugung, dass er z.B. verfolgt wird (Verfolgungswahn) oder dass er eine Verbindung zu Gott hat (religiöser Wahn) oder dass sich alles auf ihn bezieht (Beziehungswahn). Der Betroffene hält dieser Überzeugung fest und kann durch vernünftiges Zureden auch nicht davon abgebracht werden. Er hat vielmehr das Gefühl, von niemandem verstanden zu werden und zieht sich oft zurück.
Auch kann es zu Denkstörungen kommen, hierbei werden Gedanken und Sprechen ungeordnet und schwer verständlich. Der Betroffene bricht mitten im Satz ab und verliert den Faden.
Es kann eine Veranlagung für die Erkrankung vererbt werden, wie auch bei anderen Krankheiten. Eine ausreichende Erklärung für die Erkrankung gibt die Veranlagung aber nicht. So müssen Menschen, in deren Familie eine schizophrene Störung vorkommt, nicht zwangsläufig selbst erkranken. Und es kann im umgekehrten Fall eine schizophrene Störung auch auftreten, wenn keiner der Familie erkrankt ist.
Meist tritt die Erkrankung zwischen der Pubertät und dem 30. Lebensjahr erstmals auf. Wobei vor dem Beginn der Erkrankung meist eine Phase auftritt, in der der Betroffene besonders empfindlich zu sein scheint und eine dauernde Anspannung erlebt. Der Betroffene reagiert dabei sehr häufig mit „Flucht“ (zieht sich zurück, flüchtet in Alkohol/Drogen).
Den größten Erfolg erreicht man mit einer Kombination aus medikamentöser Behandlung und einer psychosozialen Betreuung.
Bei der medikamentösen Behandlung werden Antipsychotika eingesetzt. Diese werden durch Fachärzt*innen für Psychiatrie und Neurologie verschrieben und relativieren in erster Linie die Positivsymptomatik. Ohne medikamentöse Behandlung kommt es viel häufiger zu Rückfällen und zu häufigeren und längeren Krankenhausaufenthalten. Die Medikation sollte keinesfalls ohne Rücksprache abgesetzt werden.
Für die psychosoziale Betreuung stehen Psychosoziale Beratungsstellen in Ihrem Bezirk zur Verfügung, hier werden weitere Schritte der Betreuung geplant und durchgeführt. Die Betroffenen und ihre Familien lernen, besser mit der Erkrankung und den damit verbundenen Problemen umzugehen.
Der Rückhalt in der Familie ist besonders wichtig. In Krisensituationen und bei Problemen des Lebens sind die Erkrankten auf die Hilfe von Angehörigen angewiesen, da die Betroffenen die ersten Anzeichen der Erkrankung oder des Rückfalls meist selbst nicht erkennen. Angehörige sollten deshalb über die Erkrankung sehr genau Bescheid wissen. Auch Angehörige können sich an die Psychosoziale Beratungsstelle des Bezirkes wenden.
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